
Eindrücklicher Firm-Gottesdienst
Am Samstag, 28. Mai fand der Firmgottesdienst statt, der von den FirmkandidatInnen auf eindrückliche Weise mitgestaltet wurde.
„Ihr nehmt soviel vom Firmweg mit, wie ihr bereit seid auch hineinzugeben.“ Dies hatte das Firmwegbegleitteam am Starttag des Firmwegs den jungen Menschen erklärt. Sie hatten den jungen Menschen damit klar machen wollen: Je mehr es möglichst allen gelingt, sich zu öffnen, seine persönlichen Gedanken und Gefühle einzubringen, desto tiefere und befriedigende Erfahrungen auch auf dem Bereich des Glaubens werden möglich.
Verantwortung übernommen
Die TeilnehmerInnen des diesjährigen Firmwegs haben dies ganz besonders gut erkannt und auch umgesetzt. Und dies hatte die entsprechende Wirkung, wie einerseits die Feedbacks der jungen Menschen auf den Firmweg, andererseits aber gerade auch der Firmgottesdienst zeigte. Der mehrfache spontane Applaus der GottesdienstteilnehmerInnen war ein Ausdruck dafür, wie sehr die offenen, ehrlichen und tiefsinnigen Beiträge der jungen Menschen in diesem Gottesdienst die Anwesenden berührten.

Gebet von Franziskus regt an
Zum Einstieg hatten die jungen Menschen ein Gebet von Franziskus ausgewählt, das sie auf der Assisireise besonders angesprochen hatte:
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert.
„Das Gebet hät üs uf de Firmreis in Assisi begleitet, üs dezue verleitet, über üs und üsers Lebe noh z’denke.“ so erklärte eine Firmkandidatin den Anwesenden. Die jungen Menschen erklärten in der Folge, welche Zeilen dieses Gebets sie besonders angesprochen hatte.

Erleuchtung auf dem Firmweg
Ganz besonders hatte es der letzte Satz dieses Gebetes den jungen Menschen angetan: I glaube, di letzscht Zeile vo dem Gebet het üs alli angsproche: «Dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert.»
In einem selbst verfassten Gedicht nahm ein Firmkandidat das auf. Ausgehend vom letzten Satz des franziskanischen Gebets machte er sich seine Gedanken über die Bedeutung des Lichts in den Finsternissen des Lebens. Er deutete dieses Licht als eine Art Erleuchtung, nach der jeder immer wieder suche. Auf dem Firmweg habe er für sich verschiedene Erfahrungen von Erleuchtung machen dürfen, was er im folgenden Teil seines Gedichts so ausdrückte:
„Viele Situationen haben mich zum Nachdenken gebracht,
sei es am Tag oder in der Nacht
Jedes Mal hatte es eine Erleuchtung,
bei der auch sie ausstirbt, die Enttäuschung.“
Als Zeichen dafür brannte während dem ganzen Firmgottesdienst vor dem Altar ein Feuer.

Erfülltes Leben?
Franziskus und auch Klara von Assisi hatten in ihrer radikalen Entscheidung auf die üblichen Güter dieser Welt zu verzichten, die jungen Menschen zum Nachdenken gebracht, was denn wirklich wichtig, und was eher belastend für ein befriedigendes und glückliches Leben sei. Darum wählten sie bewusst den Evangeliumstext aus dem Matthäusevangelium aus, wo ein junger Mann Jesus fragt, was er denn tun müsse, um ein erfülltes Leben zu erlangen. Jesus gab ihm zur Antwort:
„Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Der junge Mann erwiderte ihm:„Alle Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch?
Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein grosses Vermögen.“

Christlicher Glaube als Halt
Bischof Markus Büchel zeigte sich in seiner Predigt beeindruckt von dem, was die jungen Menschen ihm schon bei der Begegnung vor ein paar Wochen, aber auch jetzt im Firmgottesdienst von ihren Erfahrungen auf dem Firmweg erzählt hatten.
Er gratulierte ihnen, dass sie sich als junge Menschen in so offener und ehrlicher Weise auf einen herausfordernden Firmweg einliessen, der vieles in Frage stelle. Er habe aber gespürt, dass die jungen Menschen im Glauben auch Orientierung gefunden hätten für ihren jetzigen und zukünftigen Lebensweg.
Mit dem Symbol eines Karabinerhakens lud er sie ein, auch in Zukunft da dran zu bleiben, den Glauben als ein Seil zu sehen, wo man sich einklinken und so Halt und Sicherheit für den eigenen Weg finden kann.

Musikalische Antwort
Den Predigtworten folgte ein Lied, das diesen Gedanken des Glaubens als Halt in schwierigen Lebenssituationen verdeutlichte: Das berühmte „Tears in heaven“. Mit diesem ergreifenden, aber doch hoffnungsvollen Text hatte Eric Clapton den tragischen Tod seines vierjährigen Sohnes verarbeitet. Der Firmkandidat, er das Lied solo vortrug, legte wirklich seine ganze Seele in seinen Gesang, so dass die Gottesdienstbesucher sichtlich berührt waren.
Anschliessend wurden die jungen Menschen von Bischof Markus Büchel und Pfarrer Josef Wirth gefirmt. Bei zwei der jungen Menschen war es aber nicht mehr die Firmung, sondern eine Firmbestätigung: Sie waren in jungen Jahren schon gefirmt worden, hatten sich aber trotzdem entschieden, den Firmweg im Rahmen von Firmung ab 18 mitzumachen.

Eindrückliches Gebet als Fazit des Firmwegs
Nach der Kommunion trat einer der Gefirmten ans Mikrofon und erklärte, dass er ab zu für sich Texte schreibe. Das habe er auch auf der Assisireise getan. Herausgekommen sei dabei ein Gebet, das er zum Schluss des Firmgottesdienstes vortragen möchte:
"es ist für mich fast wie eine mission,
ein text zu schreiben über religion.
ich wurde von klein auf als christ erzogen,
doch dass ich jeden sonntag in die kirche gehe wäre gelogen.
nicht des zu trotz glaube ich an unseren gott,
weil ihn einfach niemand toppt.
er gibt uns stärke & auch halt
doch für mich ist er wie eine unscheinbare gestalt.
er hat vor über 2000 jahren seinen sohn uns gesendet,
und dieser hat uns allen neue hoffnung gespendet.
wir lesen zur verinnerlichung das alte & neue testament,
die religion wird vor allem für mich ein lebensfundament.
ich habe im alltag auch schon den heiligen geist gespürt,
denn gott hat mich noch immer an das richtige ziel geführt.

du spendest den armen und hilfst den kranken,
dafür will ich mich hier bedanken.
du vergibst aber auch den räubern und dieben,
du sagst immer: nicht hassen, sondern sich gegenseitig lieben.
du vermeidest es das bei uns verzweiflung entsteht,
weil du bist der grund dass stets ein hoffnungsschimmer besteht.
ich will dich hier bitten & verkünden,
vergib unsre schuld sowie auch unsre sünden.
ich will stets zu der christlichen religion stehen,
denn ich will mein weg mit dir gehen. Amen."
Die Gottesdienst-Teilnehmer waren noch einmal sichtlich ergriffen und gerührt von den ehrlichen und tiefsinnigen Worten dieses jungen Menschen, was der anhaltende und begeisterte Applaus zu Ausdruck brachte.

Ein schwungvoller und ein symbolträchtiger Schlusspunkt
Das Laudato si, das berühmte Gebet des Franz von Assisi hatte die jungen Menschen in Assisi ganz speziell beeindruckt. Das darauf basierende Lied war in Assisi Kult und wurde von den jungen Menschen in schwungvoller Weise vor der ganzen Kirche im Wechselgesang vorgetragen.
Ganz zum Schluss hatten die jungen Menschen noch eine spezielle Idee: Vor der Kirche sollten Bischof Markus Büchel und Pfarrer Josef Wirth einige Tauben fliegen lassen:
„Sie sind für üs es Zeiche fu Freiheit, Gmeinschaft und üsem Glaube.“ So erklärte es eine junge Gefirmte.
Es war ein eindrücklicher und symbolträchtiger Schlusspunkt als die Tauben miteinander mehrfach über den Köpfen aller GottesdienstbesucherInnen ihre Kreise zogen, die Orientierung suchend, um dann schliesslich gemeinsam einer klaren Richtung folgend davon zu fliegen.
