Begegnung mit den Firmspendern

Der 7. Firmwegabend stand unter dem Thema: „Begegnung mit den Firmspendern“. Bischof Markus Büchel und Pfarrer Josef Wirth waren genauso Gäste an diesem Abend wie auch die FirmpatInnen und Eltern der FirmkandatInnen.
In einem ersten Teil im Pfarreizentrum erzählten die jungen Menschen anhand von ausgewählten Beispielen von ihren Erfahrungen auf dem Firmweg: Die Frage nach der Orientierung bei Gewissenentscheiden, der Themenkreis Leben-Tod-Leben nach dem Tod sowie die Auseinandersetzung mit wichtigen Lebenswerten anhand der Begegnung mit einem Strafgefangenen standen dabei genauso im Zentrum wie die prägenden Glaubens-Erfahrungen in Assisi auf den Spuren von Franziskus und Klara. Ein Film mit Ausschnitten aus dieser Assisireise zeigte auf eindrückliche Art, wie intensiv sich die jungen Menschen auf diese Auseinandersetzung mit ihrem Glauben eingelassen haben.

Gutes Gespräch
Anschliessend kamen die Firmspender mit den jungen Menschen in ein sehr offenes Gespräch, wo verschiedenste Lebens- und Glaubens-Themen zur Sprache kamen. Stellvertretend dafür ein paar Fragen, welche die jungen Menschen den Firmspender stellten:
„Herr Bischoff, hend au sie gwüssi Lebenswert definiert oder au Lebensziel gsetzt?“
„Was isch für Sie de Sinn vom christliche Glaube?“
„Was haltet Sie vomene Schwangerschaftsabbruch?“
„Mir hend au üs Gedanke drüber gmacht, was nochem Tod chönt sii. Und die verschiedenste Asichte sind debi usecho. Was glaubed sie, was passiert nochem Tod?“
„I bi de meinig, dass Priester i de katholische Kirche kei frau und familie ha dörfet, nüme de hütige Ziit entspricht, s‘Zölibat isch veraltet. Wa meinet Sie dezue?“
Die Firmspender gingen in überzeugender Weise auf die Fragen der jungen Menschen ein.

Eindrücklicher Gottesdienst
Den zweiten Teil des Abends bildete ein Gottesdienst, in welchem die jungen Menschen ihre Bereitschaft zur Firmung zum Ausdruck brachten.
In einer kurzen Anspielszene griffen die jungen Menschen die Frage des schwierigen Gewissensentscheides bei einer ungewollten Schwangerschaft auf:
„Uf em Firmweg hend mer üs öpädiä d’Frog gstellt, inwiefern de Glaube üs bi schwierige Entscheidige behilflich si cha. Eimol hend mer dä Uftrag gha, üs mit de Bible usenand z’setze. Öppert vo üs het do debi ä Stell usgsuecht, wo für ihn wichtig isch und wo guet au zu dem Thema passt:
Diä Stell stammt us em Lukas-Evangelium. Döt het Jesus emol gseit:
Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
Glaube muss sich im Leben bewähren
Der junge Mensch, der diese Bibelstelle ausgesucht hatte, erklärte die Bedeutung dieser Aussage von Jesus für sein Leben:
„Da wo Jesus do gseit hät vom guete Fundament för mis Lebeshus da bedütet für mi:
Wenn i uf mini innere Stimm, uf Gott losä, dann treff i diä richtigä Entscheidigä i mim Lebä.“
Was das heissen könnte, zeigten die jungen Menschen mit dem Schluss der kleinen Spielszene:
„Und jetzt Simon, wa sölled mer mache? Söll i da Chind jetzt abtriibe oder söll is wörklich uusträge?“
„Chum Michelle, mir bruuched no achli Ziit. Mir hend jo au de Firmweg gmacht, und hend döt erfahre, dass es wichtig und guet isch, wenn mer zerscht i d`Tüüfi goht es Fundament baut, damit mer dä richtig Entscheid chönd treffe.“
Bischof Markus Büchel dankte den jungen Menschen für die guten Gedanken, die sie an diesem Abend eingebracht hatten, ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Firmweg bei ihnen deutliche Spuren hinterlassen habe.
Bereitschaftserklärung zur Firmung
Anschliessend erklärte jeder der jungen Menschen den Firmspendern persönlich in ein paar Sätzen die eigene Motiviation sich firmen zu lassen. Mit einem Handschlag des Firmspenders wurde diese Bereitschaft besiegelt.
Ein kleines Ritual verdeutlichte das ganze: Die FirmkandidatInnen zündeten ihre Firmwegkerze an der Osterkerze an und stellten sie zum Taufstein und schrieben sich in ein Plakat ein.
Nach dem Gottesdienst klang der Abend bei einem gemütlichen Umtrunk im Pfarreizentrum aus. Zahlreiche Eltern und FirmpatInnen zeigten sich beeindruckt von dem, was der Firmweg bei den jungen Menschen bewirkt habe.