
Franziska und Clara suchen ihren Weg
Der 6. Firmwegabend stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Assisireise. Die wöchige Assisireise ist fester Bestandteil des Firmwegs. In der Auseinandersetzung mit Franziskus und Clara von Assisi sind die jungen Menschen herausgefordert, ihren eigenen Lebens- und Glaubensweg zu überdenken und zu finden.
Den Einstieg zum Abend bildete eine Standortbestimmung über die eigenen Rolle beim bisherigen Firmweg. Beim Starttag hatte das Firmwegteam den FirmkandidatInnen klar gemacht, dass sie nicht Zuschauer einer Veranstaltung seien, die vom Firmwegteam inszeniert wird. Vielmehr sind sie wie die SpielerInnen eines Fussballteams, wo jedeR auf dem Spielfeld selber Verantwortung für sich und für das Team übernehmen muss, damit das ganze Unternehmen erfolgreich wird. Die FirmwegbegleiterInnen haben dabei die Rolle von Coaches, welche die Gruppen auf ihrem Weg begleiten.
Und wie es bei einem Fussballteam wichtig ist, mit der Mannschaft von Zeit zu Zeit eine Standortbestimmung zu machen, so ist es auch beim Firmweg wichtig, zu analysieren, inwiefern es den einzelnen, aber auch der Gruppe gelungen ist, sich genügend einzubringen, genügend Einsatz zu zeigen, genügend Verantwortung aber auch für die Gruppe zu übernehmen.
Die Gruppe lebt auch von meinem Beitrag

Die jungen Menschen wurden mit Fragen konfrontiert: "Wie siehst du deinen bisherigen Einsatz auf dem Firmweg?"
Eine Firmkandidatin antwortete: "Ich bin von mir selber überrascht, ich hätte nie gedacht, dass ich fähig wäre, soviel Persönliches von mir in die jeweilige Runde einzubringen. Aber es war echt gut."
Ein junger Mann meinte: "Es war für mich spannend, mich mit wichtigen Fragen auch über meinen Glauben auseinandersetzen, über die ich bis jetzt viel zu wenig nachgedacht habe. Ich war dementsprechend engagiert dabei."
Ein anderer meinte: "Ich muss zugeben, ich habe nicht immer genug motiviert mitgemacht."
Mit dem Bild eines Netzes, das nur hält, wenn niemand loslässt, wurde symbolisch bewusst gemacht, dass auch die bevorstehende Assisiwoche dann gut wird, wenn jedes seinen Teil Verantwortung übernimmt.

Das Leben geniessen in vollen Zügen...
So könnte man das Lebensmotto des jungen Franziskus beschreiben. Als Sohn reicher Eltern fehlte es ihm materiell an nichts, Partyleben und Frauengeschichten und gelegentliche Teilnahme an Kämpfen gegen die Nachbarschaft Perugia bestimmten sein Leben.
Franziskus hat zwar vor 800 Jahren gelebt, aber bei genauer Betrachtung hatte sein Leben in den jungen Jahren doch auch einige Parallelen mit dem Leben junger Männer heute hier in der Schweiz.
Clara war eine Adelige, reich und gut gebildet. Eine selbstbewusste, intelligente, gut situierte junge Frau, wie es sie auch heute bei uns nicht selten gibt.
Die jungen Menschen setzten sich mithilfe eines Spielfilmausschnitts über Franziskus und Clara mit deren Leben auseinander, welches bei beiden eine ziemlich dramatische Wende erfuhr.
Sich selber finden...
Die einjährige Gefangenschaft in einem düstern Verliess in Perugia, die Begegnung mit einem Aussätzigen, das Lesen in den Evangelien, aber auch der Einfluss der jungen Clara brachten Franziskus immer mehr zum Nachdenken über sein bisheriges Leben.
Franziskus wurde immer mehr zu einem suchenden Menschen. Diese Suche gipfelte letztlich in einem radikalen Bruch mit seinem bisherigen Leben: Er verzichtete auf allen Besitz, um in Zukunft sein Leben mit den Armen, Kranken und Aussätzigen zu teilen.

Mehrmals wurde der Film unterbrochen und die jungen Menschen diskutierten miteinander über das Gesehene und auch über die Frage, warum Franziskus diesen radikalen Schritt gemacht hat. Was hat ihm das letztlich gebracht? lautete eine der Fragen. "Er hat sich selber gefunden. Das würde ich auch gerne tun." meinte ein Firmkandidat. Damit drückte er aus, dass die Grundfrage, welche Franziskus bewegte, auch heute aktuell ist und dass der Weg von Franziskus auch die jungen Menschen von heute zum Nachdenken bringen kann.
Überhaupt kam der Film und die damit verbundene Diskussion bei den FirmkandidatInnen sehr gut an:
„Der Film war sehr gut. Ich fand auch die Unterbrechungen beim Filmschauen sehr gut, wo wir uns über das Gesehene austauschen konnten.“
„Der Film war spannend und auch die nachdenklichen Gespräche. Der Abend war sehr kurzweilig.“
„Dieses Thema hat mich zum Nachdenken gebracht, warum manche Leute solche Wege gehen, wie Franziskus und Clara.“
„Es war eine gute Vorbereitung auf die Assisireise. Ich weiss jetzt, was Franziskus mit seinem Weg sagen wollte. Der Film war eine gute Wahl, das rüber zu bringen.“
„Man konnte gut in sich hinein gehen und mitfühlen.“
„Das Thema hat mir sehr gefallen, weil es auch in der Schweiz spürbar ist, wer aus armem und wer aus reichem Haus kommt.“

Motiviert dabei
Auch der junge Mann, welcher am Anfang des Abends noch gesagt hatte, er hätte wohl bisher etwas zu wenig motiviert am Firmweg mitgemacht, war an diesem Abend nicht wieder zu erkennen: mit grossem Engagement diskutierte er mit, was ihm nicht zuletzt auch das Kompliment einiger KollegInnen eintrug.
Der Abend war insgesamt eine gute Vorbereitung auf die Assisireise, wie die folgenden Feedbacks zeigen:
„Es war interessant. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und habe noch viele offene Fragen.“
„Interessante Geschichte, regt zum nachdenken an.“
„Das Thema war sehr gut. Es gehört auch zum Leben und dieses Thema trifft man jeden Tag an.“
„Die Art, das Thema mit dem Film zu „erklären“, war super!
So sind Firmwegteam und FirmkandidatInnen gespannt auf die Assisireise, wo die jungen Menschen auf dem Spuren von Franziskus und Clara wichtigen Fragen ihres Lebens und ihres Glaubens nachgehen werden. Sie werden dabei wohl eindrückliche Erfahrungen für sich persönlich, aber auch als gute und tragende Gemeinschaft mitnehmen dürfen.