Eindrücklicher Firmgottesdienst

Flawil. „Der Firmgottesdienst ist euer Gottesdienst, er liegt zu grossen Teilen in eurer Verantwortung, also macht was draus.“ Dies war der Auftrag, den die rund 18jährigen jungen Menschen im Rahmen der Assisireise von Firmweg-Begleitteam erhielten. Und die FirmkandidatInnen nahmen diesen Auftrag ernst. Mit viel Engagement und Freude hatten sie in Assisi ihren Firmgottesdienst als abwechslungsreiche, lebendige und auch tiefsinnige Feier vorbereitet.

Jasmin Fritsche und Tun Nikollaj waren ein perfektes Moderatorenpaar, das durch den ganzen Gottesdienst führte: „ Mir freued üs das Sie so zahlrich erschiene sind und hoffet Sie werdet de Gottesdienst gnüsse, so wies au i, de Tun und alli andere 50 Firmling“, so begrüsste Jasmin die vielen Leute in der vollen St. Laurentiuskirche.

„Zeig mir dä Weg...“

Zuvor waren die 52 FirmkandidatInnen zu den Klängen des Liedes „Zeig mir dä Weg“ des Schweizer Rappers BLIGG in die Kirche eingezogen.

Dieses Lied sei eigentlich ein Gebet, in welchem BLIGG Gott bitte, ihm den richtigen Weg zu zeigen, so meinte Jasmin und fuhr fort:„So isches jo au üs gange währendem ganze Firmweg.“

Und was die jungen Menschen auf dem Firmweg an eindrücklichem erlebt hatten, daran liessen sie die TeilnehmerInnen am Firmgottesdienst Anteil haben und berichteten von verschiedenen eindrücklichen Begebenheiten an den Firmwegabenden. Tun erklärte dazu unter anderm: „A eim Obet hend mir s Thema: „Meine Lebenswerte und Lebensziele“ behandelt. Es isch e sehr spannend gsi.“

Deborah ergänzte dazu: Wenn mer sich mol Gedanke drüber macht, was eim im Lebä wichtig isch, dänn isch dä Glaubä bi vielnä nöd a erschter Stell. Wenn mer sich aber allei glo fühlt, es Schicksal eim überrollt oder wie bi dem junge Häflting, wo üs a dem Firmwegobed bsuecht het, eim d’Freiheit und vieles meh gno wird, dänn isch dä Glaubä das, wo sich diä meischte mit ere gwüsse Chraft feschthalted. Üses Gspröch mit dem junge Häftling han i unglaublich interessant gfunde. Es isch öppis wo mer bliibe wird und i wohrschiinlich niä meh erlebä werd.

Die FirmkandidatInnen berichteten von verschiedenen weitern eindrücklichen Begebenheiten an den Firmwegabenden. 

 

Das Laudato si von Franz von Assisi

Ein weiterer Höhepunkt des Firmwegs sei die gemeinsame Assisireise gewesen, so meinte Tun. Dort hätten sie den speziellen Geist von Franziskus und Clara, die dort vor rund 800 Jahren lebten, auf vielfältige Weise gespürt. Dies habe sie auch angeregt, über ihr eigenes Leben und ihren Glauben intensiver nachzudenken.

„Genau, antwortete Jasmin,  „De Franziskus und Clara hend viil bewegt. Si sind zwei gsi wo us guetem Huus cho sind und trotzdem mitm Existenzminimum hend wölle lebe um de Lebrachranke lüüt zhelfe. 

„Franziskus und Klara sind för mi sehr gueti Vorbilder“ erklärte Lukas. „Ich cha vo ihne lernä, wiä ni mis zuekünftig Lebä gschtaltä will. Z. B. dä Natur sorg träge, mis ego bisiite lo, andere helfä!“

Ganz speziell Eindruck hat bei den jungen Menschen auch der berühmte Sonnengesang von Franz von Assisi gemacht, und das daraus entstandene Lied „laudato si“ wurde wie zu einem Leitthema der Firmwegreise.

Dass dieses Lied von Franz von Assisi die jungen Menschen wirklich bewegt, zeigte sich in der schwungvollen Art, wie sie es im Firmgottesdienst vortrugen.

Weil die jungen Menschen an der Firmung bewusst ja zum christlichen Glauben sagen hatten sie sich auch Gedanken gemacht, was sie an der Person von Jesus Christus besonders anspricht. Stellvertretend dafür meinte Simon, ihn habe folgende Bibelstelle besonders angesprochen, wo Jesus seinen Freunden sage: „Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben! Genauso wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander lieben!“(Joh 13,34)

 

„I ha di geen oder i ha di liäb?“

Generalvikar Josef Rosenast nahm in seiner Predigt auf den von Simon ausgesuchten Satz aus dem Johannesevangelium Bezug: Er berichtete von einer Zugfahrt, wo erlebte, wie einer der vier Männer in seinem Abteil am Schluss eines Telefongesprächs sagte: „Schätzli, min Engel i ha dii liäb!“

“Säät me dänn da i dä Schwiiz: I ha di liäb? Säät me nöd I ha di geen?” wollte einer der andern wissen. (Das “geen” ohne R in Josef Rosenasts Appenzeller Dialekt löste allgemeines Schmunzeln in der Kirche aus..)

Und Josef Rosenast fuhr fort: Der so Angesprochene meinte: “Me säät: I ha Quöllfrisch geen und Flauder und Appezöller Biber. Aber “i ha diä liäb” isch e bitz näbis anders, es ischt meh als I ha di geen.” Etwas später sei eine Frau zu den vier Männern hingetreten und habe gesagt, sie hätte zugehört und sei beeindruckt, sie hätte nie geglaubt, dass vier Männer miteinander solche Sachen diskutierten…”

Ohne Liebe könne der Mensch nicht leben, das sei die Botschaft dieses Evangeliums, so meinte Josef Rosenast “Seht wie sie einander lieben!” das sollte eigentlich ein Kennzeichen eines Christen sein. An dieser Fähigkeit, einander zu lieben sollte man erkennen, ob die jungen Menschen Christen, ob sie Gefirmte seien. “Offensichtlich haben euch liebe FirmkandidatInnen die beiden Heiligen Franziskus und Klara darum so fasziniert, weil ihr in Assisi gespürt habt, was der Geist dieser Liebe bei diesen Menschen bewirkt hat, diese Zuwendung zu den Schwachen und Kranken. Weg vom Egoismus, hin zu mehr Geschwisterlichkeit. Genau solche Vorbilder brauchen wir heute.

Anschliessend wurden die 52 jungen Menschen von Generalvikar Josef Rosenast und Pfarrer Josef Wirth gefirmt. Mit eindrücklichen musikalischen Beiträgen trugen die jungen Menschen zusätzlich zum guten Gelingen dieses Gottesdienstes bei.

 

Offener gegenüber dem Glauben geworden

Ganz zum Schluss erklärten Carmine, Jasmine und Kevin stellvertretend für die andern FirmkandidatInnen, was sie vom Firmweg für ihr Leben mitnehmen:

„I ha Sache gmacht, wo mer sösch im Alltag niä macht. Ich ha mi selber besser kennä glernt und mini Iistellig zum Glaubä hät sich vertüüft.“

„Dä Firmweg hät min Glaube sehr verstärkt. Dur di viele neue Erfahrige bin i em Glaube gegenüber offener worde und i ha glernt, wieder Chlinigkeite im Lebe z’schätze.“
„De Firmweg isch es Erlebnis förs Lebä. D’Assisireis isch dä Höhepunkt. Aber au d’Firmwegöbed sind spannend und abwechsligsriich gsi.“

Mit einem Apero auf dem Kirchplatz, den Gefirmte aus vergangenen Jahren für ihre KollegInnen vorbereitet hatten, endete eine eindrückliche Firmung.
Auch Petrus nahm auf das Geschehen Rücksicht und hielt seine Schleusen gerade für die Dauer des Aperos dicht.