
Selber Verantwortung übernehmen, war am vorangegangenen Firmwegabend zentrales Thema, indem die FirmkandidatInnen selber den zweiten Teil des Abends füreinander gestalten und leiten mussten.
Am Anfang des 6. Firmwegabends schauten die jungen Menschen ganz bewusst zurück, wie ihnen dies gelungen war. In verschiedenen sehr eindrücklichen Voten kam deutlich zum Vorschein, dass die allermeisten dies sehr geschätzt hatten und dass die Auseinandersetzung mit verschiedenen religiösen Ritualen eine für sie wertvolle Horizonterweiterung war. Die Tatsache, dass jedes seinen Teil zum Gelingen des Abends beigetragen hatte, wurde sinnbildlich in einem Netz sichtbar. Allerdings ist dieses Netz wirklich auf jedeN EinzelneN angewiesen, wenn nur einer sich ausklinkt und loslässt fällt es auseinander.
Franziskus und Klara
Ausgehend von diesem Symbol sollte an diesem Abend der Blick auf zwei Menschen gelenkt werden, die in ganz besonderer Weise im Verlaufe ihres Lebens gelernt hatten, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und ganz konsequent ihren Weg gegangen sind: Franziskus und Klara von Assisi.

Auch wenn beide schon mehr als 800 Jahre tot sind, haben sie auch heute noch eine grosse Bedeutung in der ganzen Welt. Auf der Firmwegreise werden die jungen Menschen die Karwoche in Assisi verbringen, wo sie dem Geist von Franziskus und Klara auf verschiedenste Weise begegnen werden.
Mit Hilfe eines Ausschnitts aus einem Spielfilm lernten die FirmkandidatInnen Franziskus und Klara kennen. Sie erfuhren wie Franziskus, ein reicher Tuchhändlersohn, Lebemensch, Frauenheld und Abenteurer durch einschneidende Erfahrungen und Begegnungen immer mehr begann nach dem wirklichen Sinn seines Lebens zu suchen. Die junge Klara, der er dabei immer wieder begegnete, hat ihn dabei entscheidend beeinflusst. Mit dem totalen Bruch mit seinem Vater und seiner bisherigen Lebenswelt und einem selbstgewählten Leben in Armut bei den Armen und Aussätzigen wurde er für viele zum Spinner und Narren. Wegweisend für Franziskus war dabei

das Beispiel Jesu, wie er es aus der Bibel lesen konnte. Klara blieb in sehr guter freundschaftlicher Beziehung zu Franziskus, sein Weg faszinierte sie und sie spürte immer mehr, dass auch sie einen Weg in ähnlichem Geist gehen wollte. Inzwischen übte das Leben von Franziskus ganz bei den Armen und Ausgestossenen auch Faszination und Bewunderung bei etlichen seiner alten Freunde aus. Und nachdem zwei von ihnen all ihr Hab und Gut verschenkten und zu Franziskus gingen, folgten bald immer mehr diesem Beispiel.
Sichtlich bewegt...
Der Film hinterliess bei den meisten ziemlichen Eindruck: „Ich fand es sehr spannend, die Lebensgeschichte von Franzikus kennen zu lernen.“
„Dieser Film war brutal eindrücklich und hat einiges in mir geweckt.“ „Es ist gut zu wissen, wer Franz und Chiara waren, und was sie gemacht haben.“

„Macht denn das Sinn, dass Franziskus als Armer bei den Armen lebt, hätte er nicht einfach besser weiterhin gut verdient und mit diesem Geld den Armen geholfen?“ Mit solchen und ähnlichen Fragen setzten sich die jungen Menschen anschliessend auseinander. Was hilft, Not zu lindern, Geld oder menschliche Nähe? Was könnte das heute heissen? Welches sind den die Armen und Aussätzigen heute z. B. in der Schweiz? Was würden diese brauchen?
Was könnte das für mich heissen...?
Franziskus hat nach dem totalen Wechsel seines Lebenswandels einen tiefen Sinn in seinem Leben gefunden. Hat denn mein Leben auch einen tiefen Sinn? Wenn ja: welcher? Ist der Weg, auf dem ich jetzt bin, wirklich sinnvoll oder bin ich noch irgendwo auf der Suche nach dem, was mich wirklich erfüllt? Würde ich es wagen, wie Franz (m)einen unkonventionellen Weg zu gehen? Über solche Fragen machten sich die jungen Menschen ihre Gedanken. „Es hat mich sehr beieindruckt. Insbesondere deswegen, weil Franz so überzeugt von sich war.“ so ein Feedback. Weitere Aussagen von FirmkandidatInnen:
„Das Thema Franz und Klara von Assisi war super, ich habe daran gedacht, dass wir bald in Assisi sind.“
„Franz von Assisi ist eine beeindruckende Figur, welche es, wie ich denke, kennen zu lernen lohnt.“
„Es war ziemlich aufwühlend und beeindruckend.“
„Unsere Gruppe war eher nachdenklich.“
„War eine gute Gruppe, jeder hat ernst mitgemacht und seine Meinung gesagt.“
„Wieder einmal ein geniales Thema!! Wer macht sich schon Gedanken darüber. Sei glücklich mit dem, was du hast...?“