Firmgottesdienst 6. Juni 2009

In einem von den FirmkandidatInnen auf eindrückliche Weise mitgestalteten Firmgottesdienst spendeten Bischof Markus Büchel und Pfarrer Josef Wirth 59 jungen Menschen aus Flawil und Niederglatt das Sakrament der Firmung.

"Guete Obed mitenand, mer begrüessed eu zu üserä Firmig. Mer hend vor ämäne Johr üs entschiede, dä Firmwäg z’go.  I därä Ziit, hend mer üs gegesiitig besser kännä glernt. Jedes hat aber au sich selber, uf spiritueller Art besser kännä glernt."

So begrüsste Damian Weber im Namen der FirmkandidatInnen alle Anwesenden. Vorher hatten die FirmkandidatInnen als Souvenir von der eindrücklichen Assisireise das Lied von Franz von Assisi, das "Laudato si", als begeisternden Wechselgesang in den übervollen Kirchenraum erschallen lassen.

Mit der Frage, wie sich insbesondere die 7 NiederglättlerInnen am Anfang des Firmwegs unter 52 FlawilerInnen so gefühlt haben, begann ein Rückblick auf den Firmweg.

Bezüglich dem Starttag meinte Manuel Kuster: "Jedes hät ä eigeni Firmwegcherze gschtaltet, wo üs uf em ganze Firmweg begleitet het. Do obe öber em Altor hanged Bilder vo all dene Kerze mit ihrne iidrückliche, persönliche Sujets." Tatsächlich schmückten zwei  Reihen von Fotos der Firmwegkerzen mit ihren eindrücklichen Sujets den Altarraum. 

Claudia Enz blieb vor allem auch der Abend zum Thema "Leben und Tod" in starker Erinnerung: "Au luäget mol das Bild: Do hend mer dä Tod selber dörä darstellä.

Mir isch da Thema mega nöch cho. Wiä isch äs dir däbi ergange, Marc?"

"Da Thema hät mi zum Nodenke brocht. Mer isch bewusst wordä, dass s’Läbä vo einere Sekunde uf di ander fertig chan si und mer jede Tag söll gnüssä!"

Mit Bildern und persönlichen Statements liessen die jungen so den Firmweg nochmals in Gedanken Revue passieren.

Interview aus Assisi

Die Assisireise hinterliess starke Eindrücke. In Assisi trifft man aber ganz verschiedene Typen von Menschen. 

Gianna Marano interviewte  als Reporterin 4 Menschen in Assisi. Während die Touristin von den Kirchen mit dem besondern Flair schwärmte, war der Inhaber eines Souvenirartikelshops vor allem daran interessiert möglichst viele Rosenkränze zu verkaufen. Luca Marano als Flawiler Firmkandidat war beeindruckt von der Stadt, aber insbesondere auch von dem Tag, wo die jungen Menschen einmal auf fast alles verzichteten, um sich konkret auf die Spuren von Franz von Assisi zu machen und auch die Stille und Einsamkeit zu erleben. 

Umso mehr machte ihm dann zu schaffen, wie sehr in Assisi auch das Geschäfte machen omnipräsent ist, was ganz sicher nicht im Sinne von Franz von Assisi ist. Ganz zum Schluss interviewte Gianna noch einen Franziskaner-Bruder, der ihr erzählte, warum ihm das Leben auf den Spuren von Franziskus wichtig geworden war und dass er sich wie Franz für die Aussätzigen einsetzen würde. Diese sind für ihn die Drogensüchtigen, um die er sich zusammen mit seinen Mitbrüdern kümmere.

Bischof Markus weiss dann schon wie...

Ebenfalls von Franziskus inspirieren liessen sich die jungen Menschen bei der Wahl des Bibeltextes für den Gottesdienst. Franz von Assisi hatte öfters bei schwierigeren Entscheiden in seinem Leben die Bibel so zu Rat gezogen, dass er sie ganz zufällig irgendwo aufschlug. Oft hatte er erfahren, dass die zufällig gefundene Bibelstelle ihm weiterhalf. Die auf die gleiche zufällige Art gefundene Bibelstelle beeindruckte die jungen Menschen, dass sie sofort entschieden, sie für den Firmgottesdienst zu verwenden.  

 

Jesus stösst da seine Mutter und seine Brüder, die ihn rufen liessen, vor den Kopf  mit der Frage: "Wer ist meine Mutter, wer sind meine Brüder? Jeder der mein Wort hört und ihm folgt ist mir Mutter und Bruder!" Eine Firmkandidatin meinte zwar: "Ist diese Bibelstelle nicht etwas hart, wenn beim Firmgottesdienst all unsere Eltern hinten drin sitzen?" Doch ein anderer beruhigte: "Bischof Markus Büchel weiss dann schon, wie er diesen Bibeltext zu deuten hat!"

Das war in der Tat so. Mit eindrücklichen Worten legte Bischof Markus den Eltern nahe, dass sie zwar ein Leben lang eine gute Beziehung zu ihren Söhnen und Töchtern suchen sollten, doch dass sie diese jetzt bewusst auch klar eigene Wege gehen lassen sollten. 

"Jedes von euch wird in dieser Welt, auch in unserer Kirche gebraucht, ihr habt etwas Wertvolles einzubringen!" rief er den jungen Menschen zu. "Damit ihr das gut schafft, möchte euch Gott mit seinem Heiligen Geist, den ihr heute in besonderer Weise empfangt bestärken."

Selber zum christlichen Glauben stehen

Nachdem die jungen Menschen ihr Ja zum christlichen Glauben gesprochen hatten, kamen sie mit ihrem Firmgötti, ihrer Firmgotte, die wichtige Begleitpersonen auf dem Firmweg waren, aber es auch darüber hinaus bleiben sollen nach vorne. 

Mit Handauflegung und Salbung mit Chrisam empfingen sie von Bischof Markus Büchel und Pfarrer Josef Wirth das Sakrament der Firmung. 

Auch die Eltern sollen was tun...

Anschliessend brachten sie einen bunten Ballon mit einer Karte dran zu ihren Eltern. "Die sitzen während dem Firmgottesdienst hinten drin, die sollen auch etwas tun!" so hatten die FirmkandidatInnen in der Vorbereitung entschieden und damit auch zum Ausdruck gebracht, dass ihnen ihre Eltern auch im Erwachsenenalter wichtig sind.

Die Eltern schrieben dann Wünsche oder Fürbitten auf die Karten an den Ballonen. Nach dem Firmakt war die Kirche richtig bunt von den überall verteilten Ballonen, die dann gemeinsam losgelassen wurden und begleitet von einem staunenden Raunen der Kirchenbesucher unter das Dach des Kirchenschiffs entschwebten. 

"Irgendwann kommen sie dann wieder runter," so erklärte die Firmweg-Begleiterin Andrea Wohlwend, "dann hängen wir die Wunschkarten hier vorne auf und ihr könnt schauen, was eure Eltern euch für eure Zukunft wünschen."

Mega schnell verbii...

Ganz zum Schluss des Firmgottesdienstes blickten 3 Niederglättler und 3 Flawiler Gefirmte nochmals auf den Firmweg zurück.

"Da Johr isch mega schnell verbii gangä. Jetzt sind mer scho gfirmt." meinte Damian Weber.

Ruben Piccioli ergänzte: "Ich persönlich nimm nur positivs vom ganze Firmweg mit. S’Highlight isch sicher d’Assisireis gsi."

"Jo eh, da han i au gfunde. S’isch echt mega luschtig gsi mit allne oder?" warf Giulia Wirth ein.

"Jo voll, mer hend üs alli besser kenne glernt. Ehr vo Flowil sind scho cooli Lüt!" so machte Alexandra Zingg den Flawilern ein Kompliment.

Dani Kellenberger nahm die Steilvorlage dankbar auf: "I mim tüfschtä Herz han i eu vo Niederglatt so richtig gern übercho. Dä Firmweg isch en einmaligi und gueti Erfahrig gsi." 

Dem pflichtete auch Nicole Lauener bei: "Dor de Firmweg bin i nöcher zur Religion gschrittä und ha Antworte und Gfühl übercho, wo ufschlussrich gsi sind."

Und Damian Weber meinte abschliessend: "Diä Erfahrig bliibt s’Lebä lang i üsem Gedächtnis. Sie hät üs riefer, offener und bescheidener i üsem Denkä gmacht."

Mit dem Segen von Bischof Markus und einem schmissigen Laudato si, gesungen von der ganzen Kirche fand ein eindrücklicher Firmgottedienst seinen Abschluss.

Beim anschliessenden Apero herrschte eine sehr gute, lockere Stimmung und die jungen Menschen, wie auch das Firmweg-Begleitteam und die Firmspender erhielten viele Komplimente für diesen eindrücklich gestalteten Firmgottesdienst.