5. Kursabend 16./18. Feb. 2009 "Religiöse Rituale"

Rituale verschiedenster Art prägen unsern Alltag. Auch auf dem Bereich der Religion gibt es nicht nur im Christentum verschiedenste Rituale. Einige dieser Rituale etwas näher kennen zu lernen und sich mit ihnen auseinander zu setzen war das Ziel des 5. Kursabends auf dem Firmweg.

In einer kleinen Einstiegsübung wurde bewusst, dass wir nicht nur Worte, sondern ganz verschiedene Rituale brauchen, um einander zu begrüssen. Danach setzten sich die jungen Menschen in vier Gruppen ganz bewusst mit verschiedenen Ritualen des christlichen Glaubens auseinander. Es ging dabei um das Taufritual, die Rituale beim Beten, das Gehen des Kreuzwegs und das Firmritual.

Der Firmweg ist kein Kurs, den man einfach absitzen kann, sondern vielmehr ein gemeinsamer Weg, wo jedeR TeilnehmerIn selber aktiv werden und seine eigene Verantwortung für das Gelingen eines gemeinsamen Projekts wahrnehmen soll. Darum hatten die FirmkandidatInnen an diesem Abend den Auftrag, das Ritual, mit dem sie sich in der Kleingruppe genauer auseinander gesetzt hatten, der ganzen Grossgruppe näher zu bringen.

Würdest du dein Kind taufen lassen?

Das war die Ausgangsfrage beim Taufritual. Eine kurze Positionierung ergab, dass alle jungen Menschen es wichtig fänden, dass ihre allfälligen Kinder getauft würden. "Die Taufe heisst für mich: Ich möchte meinem Kind meinen Glauben weitergeben, die Tradition wird weiter geführt. Das Kind wird bei Gott aufgenommen." so das Statement eines der jungen Menschen.

Eine andere meinte: "Mein Glaube, meine Kirche, meine Religion wird auch das Leben meines Kindes prägen. Die Taufe ist ein feierlicher Akt dafür, eine Zeremonie." 

Bei der Taufe gibt es verschiedene Rituale: Die Taufe mit dem Weihwasser, die Salbung mit Chrisam und das Entzünden der Osterkerze.

Die Taufe ist aber nicht einfach ein einmaliger feierlicher Moment. Es ist ein Sakrament, ein heiliges Zeichen, das mit dem ganzen Lebensweg des Menschen zu tun hat.  Das Weihwasser als wichtiger Bestandteil des Taufrituals erinnert daran. Die jungen Menschen lernten das alte Weihwassersegensritual kennen und erhielten eine kleine Flasche mit Weihwasser. Unter dem Stichwort "Mit Gottes Segen unterwegs" machten sie einander ganz bewusst das Segenszeichen des Kreuzes auf die Stirn.

Sie wurden dann von ihren KollegInnen eingeladen, dieses Weihwasserfläschchen in ihrem Zimmer aufzustellen und das Ritual des Weihwasserkreuzes bewusst in der nächsten Zeit einmal für sich auszuprobieren.

Beten in verschiedensten Formen

Eine andere Gruppe hatte sich mit verschiedensten Gebetsritualen auseinander gesetzt. Sie brachten ihren KollegInnen näher, was ein Rosenkranz ist, wie man das Vater unser mal ganz anders beten kann, wie man das Fürbittenbuch und die Votivkerzen brauchen kann.

Eine weitere Gruppe hatte sich ganz bewusst mit dem Kreuzweg auseinander gesetzt, der in der Flawiler Kirche mannsgross entlang der Seitenwand dargestellt ist. 

Das bewusste Gehen des Kreuzwegs mit seinen 14 Stationen hat eine lange Tradition. Dabei geht es darum, diesen letzten Weg Jesu meditierend zu gehen im Blick auf die Kreuzwegerfahrungen des eigenen Lebens oder der heutigen Welt.

Die jungen Menschen hatten ganz bewusst eine Station, ein Bild, eine Station ausgesucht und ihren KollegInnen auch erklärt, wieso sie dieses Bild  ganz besonders ansprach. "Wie Jesus unter der Last des Kreuzes hinfällt, löst bei mir Betroffenheit aus. Auch wir Menschen heute machen manchmal die Erfahrung, dass wir unter Belastungen zusammenbrechen. Es braucht sehr viel Kraft, nach so einer Erfahrung wieder aufzustehen." meinte einer der jungen Menschen.

Firmritual

Am Ende des fast einjährigen Firmwegs werden die jungen Menschen das Sakrament der Firmung empfangen. Es geht da einerseits das bewusste und feierliche Ja des jungen Menschen zum christlichen Glauben und zur Kirche als Gemeinschaft der ChristInnen.

Andererseits ist es auch die feierliche Bestätigung der Taufe, die Bestätigung von Gottes Ja und dem Ja der Kirche zum jungen Menschen. Die Gruppe, die sich mit diesem Ritual auseinander gesetzt hatte, stellte ihren KollegInnen die Elemente des Firmrituals vor: 

Bewusstes Hinstehen mit Nennung des Taufnamens, auf der Schulter die stützende Hand des Firmpaten, die Handauflegung durch den Firmspender, die Salbung mit Chrisam, der Friedensgruss mit der Hand: All das sind eindrückliche Rituale dafür, dass Gott den jungen Menschen mit seinem Heiligen Geist begleitet und ihm Kraft und Phantasie gibt, in den zahlreichen Herausforderungen des Lebens einen guten Weg zu finden.

Abschlussritual

Zum Schluss versammelten sich alle um den Altar zu einem Schlussritual. In der Mitte des Firmwegs wurden an diesem Abend ganz bewusst die eigenen Taufkerzen wieder entzündet. Sie haben bei der eigenen Taufe zum ersten Mal gebrannt, sie sind ein Ausdruck und ein Zeichen dafür, dass Gott uns mit seinem Licht begleitet und auch zu einer Gemeinschaft verbindet, die einander Licht schenken können. 

Es folgten ein paar Minuten der besinnlichen Stille im Kreis der brennenden Taufkerzen. Mit einem Dankgebet wurde dieses schlichte aber eindrückliche Ritual abgeschlossen.