4. Kursabend 13. /15. Jan. 09: "Lebenswerte - Halt im Glauben?" Begegnung mit einem Strafgefangenen
Spannende Begegnung
Am 4. Kursabend setzten sich die 60 jungen Menschen aus Flawil und Niederglatt, die den Firmweg im Rahmen von Firmung ab 18 mitmachen, mit den Werten und Zielen für ein erfülltes Leben auseinander.
Sascha Gees hatte an diesem Abend einen jungen Mann aus der Haftanstalt Gmünden mitgebracht. In einer spannenden Begegnung, die viele Fragen auslöste, erfuhren die jungen Menschen, wie das Leben eines jungen Menschen durch unglückliche äussere Umstände und eigenes Versagen ganz anders verlaufen kann, als man es plant oder wünscht.
Der junge Mann hatte eine ganz schwierige Kindheit, wurde zu Hause jeden Tag vom betrunkenen Vater geschlagen, hatte fragwürdige Kollegen und hat schliesslich selber sich in Alkohol und Drogen geflüchtet. Immer mehr geriet er dabei auf die schiefe Bahn und so sind viel seiner Wünsche und Träume buchstäblich geplatzt. All dies hat dazu geführt, dass er auch den Glauben an Gott irgendwie verloren und meinte, er glaube nur noch, was er sehe.
Die jungen Menschen setzten sich anschliessend mit der Frage auseinander, was ihnen im Leben eigentlich Halt gibt, wenn wichtige Lebensgrundlagen plötzlich ins Wanken kommen.
Am Beispiel der biblischen Geschichte des verlorenen Sohnes wurde sichtbar, wie Jesus Gott als einen Vater vorstellt, dessen Liebe so gross ist, dass er auch dann noch zu uns steht, wenn wir durch eigenes Verschulden ganz tief fallen.
Ein Blick auf das Firmritual zeigte, dass dort ganz exemplarisch zum Ausdruck kommt, was für ein gelingendes Leben, auch in schwierigen Situationen wichtig ist:
• Ich übernehme selber Verantwortung für mein Tun und stehe dafür hin
• Die Hand des Firmgöttis / der Firmgotte auf meiner Schulter zeigt, wie wichtig es ist, auf die Liebe von andern Menschen vertrauen zu können, die einem stützen oder auch mal tragen.
• Die Hand des Firmspenders auf dem Kopf und die Salbung mit Chrisam will deutlich machen, dass Gott in Liebe zu mir steht und mich mit seinem Segen begleitet.
In einem kleinen Schlussritual wurde dieses Tragen und Getragenwerden spürbar.
Firmweg-Erfahrungen im Gottesdienst
Am Wochenende vom 24./25. Januar haben die FirmkandidatInnen etwas von dem, was sie an diesem Abend auf dem Firmweg erlebten, in die Gemeinde-Gottesdienste in der St. Laurentiuskirche Flawil hineingetragen.
Viele GottesdienstteilnehmerInnen zeigten sich beeindruckt von dem, was die jungen Menschen von ihrem Firmweg in diesen Gottesdienst einbrachten.



