3. Kursabend „Leben und Tod“ 25./26. November 2008
Der dritte Kursabend präsentierte sich für die Firmkandidatinnen und Firmkandidaten als grosse Herausforderung. Es galt sich auf das äusserst schwierige Thema „Tod“ einzulassen. Sie hörten dazu zwei von Firmbegleitern gemachte Erfahrungen und setzten sich in Diskussionen und besinnlichem Momenten intensiv mit diesem Thema auseinander.
Auf dem Friedhof
Alle Firmlinge fanden sich zu Beginn des Abends auf dem Friedhof ein. Mit Fackeln und Kerzen ausgerüstet versammelten sich alle vor dem Grab eines jung verstorbenen Menschen. Zwei ebenfalls junge, dem Verstorbenen nahe stehende Menschen erzählten den FirmkandidatInnen kurz aber prägnant, wie plötzlich der junge Mann aus seinem Leben gerissen wurde.
Er war jung, dynamisch, erfolgreich und vor allem beruflich wie privat sehr glücklich. Wie ein Blitz aus heiterm Himmel war darum für alle sein viel zu früher Tod. Durch diese Schilderungen wurde uns allen sehr klar vor Augen geführt, wie schnell und wie nahe der Tod im Alltag sein kann. Es war eine intensive Erfahrung.
Im Anschluss konnten sich die Firmkandidatinnen und Firmkandidaten auf dem Friedhof frei bewegen und den Zeichen, Symbolen und Inschriften auf den Gräbern nachgehen. Was haben sie wohl zu bedeuten? Wofür stehen sie? an einem Ort mitten im Leben, wo man den Verstorbenen gedenkt.
Den Schlusspunkt auf dem Friedhof setzten die Firmlinge selbst, indem sie auf einem Grab nach ihrer Wahl eine Kerze abstellten und still zurück kehrten. In Kleingruppen wurden dann die gemachten Erfahrungen bzgl. der Ausführungen und Wahrnehmungen ausgetauscht.
Besinnung und Diskussion in Kleingruppen
Nach der Einführung auf dem Friedhof teilten sich alle Firmkandidatinnen und -Kandidaten in kleine Gruppen auf. In Gruppenräumen lag zum Einstieg ein Bild auf, welches eine Hand zeigte, durch die Sand rieselte. Letzteres sollte die Zeit von uns Menschen auf Erden versinnbildlichen. Denn niemand weiss wie lange er leben darf, doch ist eines im wahrsten Sinne des Wortes todsicher, nämlich dass die Zeit eines jeden irgendwann zu Ende geht.
Ergänzt wurden die einleitenden Bemerkungen mit weiteren Bildern und einigen Gedanken zum Monat November; ein Monat, der zum einen eng mit der Thematik des „(Ab-)Sterbens“ der Natur verbunden ist, zum anderen uns den Tod von Menschen näher bringt. Gerade in diesem besagten Monat gedenken wir auch besonders – mit dem Gottesdienst am 1. November (Allerheiligen) – unserer verstorbenen Mitmenschen.
Im Anschluss an diese Reflexion durften sich alle in Ruhe und für sich einmal überlegen und danach illustrieren, was der Tod für sie bedeutet resp. ganz generell, was er für sie ist.
Die biblische Geschichte des Apostels Thomas, der erst nach einer handfesten Begegnung mit dem auferstandenen Jesus an ein Leben nach dem Tod glauben konnte, vermochte den Firmkandidatinnen und Firmkandidaten aufzuzeigen, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod nicht so einfach zu finden ist. Glaube ist immer ein Prozess, ein Weg durch verschiedene Erfahrungen, den jedeR gehen muss.
Der christliche Glaube an ein Leben nach dem Tod kann aber eine Hilfe sein, wenn es darum geht Antworten auf unerklärbare und unbegreifliche Fragen wie diejenige des Todes zu finden.
Im Plenum
Hans rundete den eindrücklichen Abend mit Ausführung zum Tod seines Bruders Pirmin ab. Er erzählte uns wie der damals 19jährige Pirmin mit seiner Diagnose Krebs umgehen lernen musste und wie die ganze Familie in den letzten Monaten von Pirmin’s Leben miteinander verbunden war. Pirmin, der sich intensiv mit seinem Schicksal auseinandersetzte und auch die anderen Familienmitglieder daran Teil haben liess, gab dadurch den anderen Kraft und Zuversicht.
Feedbacks der FirmkandidatInnen
"Ich fand das Thema sehr gut, weil im vergangenen Sommer ein mir wichtiger Mensch gestorben ist, es hat mich nachdenklich gemacht."
"Es war ein hartes Thema, sehr berührend und eindrücklich."
"Es war schön, dass wir den Friedhof besuchten, ich war noch fast nie dort."
"Es ging unter die Haut."
"Das Thema war spannend, vor allem weil man sonst nicht so oft darüber spricht. Wir haben in unserer Gruppe viel diskutiert."
"Ein schwieriges Thema, aber trotzdem eine neue Erfahrung, sehr spannend."
"Es ist sehr schwer, so offen über den Tod zu reden, ist mir nicht so leicht gefallen, aber spannender Einstieg."
"Ja das Thema ist aktuell und viele denken nicht darüber nach. Wird langsam mal Zeit! Gute Gruppe, hat sich mit dem Thema beschäftigt."
"Es war sehr interessant, die Meinungen der andern zu hören."
"Es tat gut, über etwas eigentlich alltägliches, natürliches aber ungewisses nachzudenken."
"Die private Geschichte von Hans hat mich sehr beeindruckt und gab mir wirklich was mit."
"Interessantes Thema, das sehr wichtig ist, gute Reihenfolge, mit interessanten Geschichten, die bewegten."
"Ich finde es ein wichtiges Thema, mit dem man sich auseinander setzen sollte. Es war interessant, persönliche Geschichten zu hören."
"Es war sehr ergreifend und gab einem wieder Anlass, um über sein Leben nach zu denken."
"Das Thema 'Tod' ist ein Thema, dem ich aus dem Weg gehe, darum war die Konfrontation eine sehr gute Erfahrung für mich."
"Es war ein eindrückliches Thema. Es tat gut, sich einmal hinein zu versetzen, was man nicht jeden Tag macht."
"Es war gut gestaltet, mit dem Einstieg auf dem Friedhof."
"Ich fand die Geschichte spannend/traurig und das stille Umhergehen mit der Kerze."
"Ich fand es ein sehr gutes Thema, aber nicht gerade ein einfaches."
"Ein Thema, das beim Firmweg nicht fehlen darf."




