1. Kursabend 21.+25. Sept. 2008 "Gewissensentscheide"
Die Firmkandidatinnen und Firmkandidaten trafen sich zum ersten gemeinsamen Kursabend in den Räumlichkeiten des Pfarreizentrums. Gespannt wartete die Schar von je 30 Jugendlichen auf das erste Thema des Firmwegs 2008/2009.
Ohne grosse Vorbereitung wurden die Firmlinge mit einem Film konfrontiert, dessen Thema sich bei jeder/jedem auch heute abspielen könnte.
Zum Inhalt:
Die Schülerin Simone, 17-jährig, erfährt, dass sie von ihrem Freund Pascal, 18-jährig, im 2. Lehrjahr als Gärtner, schwanger ist. Nur einmal haben die beiden nicht aufgepasst und nicht an die Verhütung gedacht! Simone wirkt sehr verschlossen und denkt andauernd über diese schwierige Situation nach. Die Hilfe der Mutter will sie vorerst nicht annehmen. Ihr Freund Pascal weiss zu diesem Zeitpunkt noch nichts über die Schwangerschaft von Simone.
Simone kämpft mit ihrem Gewissen. Einerseits will sie das Kind abtreiben, denkt jedoch, dass sie mit diesem Entscheid einen „Mord“ begehen würde. Es ist ihr aber auch bewusst, dass wenn sie das Kind austrägt, viele neue Situationen auf sie kommen, welchen sie vielleicht noch nicht gewachsen ist. So sagt sie ihrer Mutter: „Wenns Chind dänn immer schreit, schlag ich’s dänn viellicht z’Tod, denn bin ich au kriminell....“
Der Film lässt das Ende offen. In Kleingruppen wurde in Anschluss diskutiert, wie sich die einzelnen Firmlinge in dieser Lebenslage entscheiden würden. Die getroffenen Entscheidungen zeigten kein eindeutiges Bild.
Die Firmlinge hatten selbst mit ihrem Gewissen zu kämpfen. Aspekte wie fehlender Ausgang, finanzielle Nöte, Ausbildungsabbruch sowie eine allfällige Unterstützung durch die Eltern oder Freunde, aber auch die Frage, ob sie es wirklich übers Herz bringen würden, das Kind abzutreiben, wurden angeregt diskutiert.
Anhand eines Tatsachenberichts eines weiteren 18-jährigen Jugendlichen, dessen Freundin ungewollt schwanger war, wurde das Thema nochmals vertieft. Er fand in dieser Situation wieder einmal in die Kirche. Er konnte sich erinnern, dass er als kleiner Junge ab und zu eine Kerze in der Kirche entzündet hatte. Dies tat er nun wieder und merkte, dass ihm die Ruhe und die Stimmung in der Kirche gut getan hatte. Allerdings wurde ihm keine klare Antwort auf seine Frage gegeben, ob er und seine Partnerin das Kind behalten sollen oder doch lieber austragen sollen. Es bewegte ihn aber zum Nachdenken!
Bligg
Noch einmal verdeutlicht wurde das Thema anhand des Liedes „Angela“ des Schweizer Rappers Bligg. Weil Bligg's Mutter, die damals mit 17 mit ihm schwanger war, entschieden hatte, ihr Kind auszutragen, gibt es ihn.
Der Song ist ein Dank und eine Anerkennung an seine Mutter, welche viele Jahre ihrer Jugend für die verantwortungsvolle Aufgabe investierte.
Der Glaube, die Lösung in schwierigen Situationen?
An diesem Abend wurde klar, dass der christliche Glaube nicht einfach klare Antworten auf schwierige Fragen des Lebens geben kann.
Allerdings wurde aufgezeigt, dass der Glaube ein wichtiges Instrument zur Unterstützung in Lebensfragen sein kann, indem zu treffende Entscheidungen hinterfragt werden und auch andere Gesichtspunkten gewertet werden können. Der Glaube kann eine stützende Kraft sein, er wird aber nie „pfannenfertige“ Antworten liefern!
Einige Feedbacks
"Interessanter Einstieg mit dem Film, der sehr gut zum Thema gepasst hat."
"Film und vor allem Lied war gut. Zeigte von beiden Seiten die Sichtweise."
"Das Thema ist wichtig für uns Jugendliche."
"Spannendes Thema mit vielen verschiedenen Lösungen."
"Gute Leitung, wir konnten auch offen über das Thema reden."
"Es hat uns oder mir aufgezeigt, dass der Entscheid, ein Kind abzutreiben nicht so einfach ist."
"Isch spannend gsi, will's eim zum Nochdenkä bringt und will mer nöd immer mit sonnere Frog konfrontiert wird!"
"Unsere Gruppe war voll aufgestellt, ein richtiges Team!"
"Ich fand das Thema interessant, weil wir auch auf dieses Thema zu sprechen kamen am Arbeitsplatz."
"Thema ist aktuell und könnte jeden mal treffen."
"Alle waren interessiert am Thema und haben gut mitdiskutiert."
"Das Thema hät mi scho lang interessiert und es isch spannend gsi, zum Meinige vo Glichaltrige z'ghöre."
"Es ist wichtig, dass man auch über solche (Tabu)-Themen spricht."
"Die Methode mit dem Film zuerst fand ich gut, auch den Zusammenhang und Übergang auf die Religion oder was sie damit zu tun hat."
"Ich fand das Thema gut, weil es eine offene Frage ist, die keine richtige oder falsche Antwort ergibt."
"Das Thema ist nicht nur religiös. Es geht um etwas Allgemeines, das man mit der Religion bewältigen kann."
"Es war ein sehr spannender Abend und es wurde gut umgesetzt."
"Es war ein toller Abend!"



